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Diplomarbeit: Zielvereinbarungen
nach § 5 Bundesgleichstellungsgesetz
am Beispiel des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V. |

8.3 Mindestziele zum Abbau von Barrieren

Nach dem Wortlaut des Gesetzes muss die Zielvereinbarung Mindestbedingungen aufführen, wie Lebensbereiche barrierefrei gestaltet werden, so dass den Ansprüchen behinderter Menschen auf Zugang und Nutzung dieser Bereiche genügt werden. Mit anderen Worten muss die Vereinbarung Ziele festlegen, die den Abbau von Barrieren für behinderte Menschen beinhalten und die den Anforderungen der behinderten Menschen auf Barrierefreiheit entsprechen.

Portrait einer Person

Die Vereinbarungsparteien sollen also Standards bestimmen, wie der Organisations- und Tätigkeitsbereich des Unternehmens bzw. der Wirtschaftsbranche barrierefrei zu gestalten ist. Es liegt in der Hand der Verhandlungsparteien zu definieren, was die Mindestbedingungen sind, so dass sie den Ansprüchen behinderter Menschen gerecht werden.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund muss also mit dem verhandelnden privaten Fernsehsender eine Vereinbarung treffen, welche Sendungen mit welcher Tonsubstitution so gestaltet werden, dass sie von gehörlosen und anderen hörgeschädigten Zuschauern barrierefrei genutzt werden können. Eine Regelung kann so aussehen, dass ein bestimmter Prozentsatz von Sendungen vereinbart wird, der zu untertiteln wäre und ein anderer Prozentsatz, zu dem Sendungen in Gebärdensprache übersetzt werden sollen.

Es können weitere Differenzierung vorgenommen werden in der Art, dass für bestimmte Sparten eine Prozentzahl angegeben wird, der untertitelt werden muss (z.B. 50% aller Nachrichtensendungen, 20% aller Spielfilme, 30% aller Serien usw.). Auch über die Art der Tonsubstitution können Vereinbarungen getroffen werden, so etwa über die Gestaltung von Untertitel (welche Farben und Farbzuordnung für verschiedene sprechende Personen im Film, zweizeilig oder mehrzeilig usw.)

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Diplomarbeit vorgelegt von Thomas Worseck
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik
Hamburg, den 23. September 2002
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Dank für die Fotos an photocase.de, intuitivmedia.net und stock.d2.hu.